Fotos von Otto Oetz Fotos von Otto Oetz von der Schiffsreise Puerto Natales - Puerto Montt (Chile)

13-12-2008
Der zweite Tag einer dreitägigen Schiffsreise durch die Fjorde Südpatagoniens. Da kehrt Ruhe ein, wohltuend, nachdem die vergangenen zwei Wochen mit langen Busfahrten und intensiven, vorgegebenen Programmen voll waren. Im Rückblick: richtige Entscheidung, die weite Strecke zwischen Buenos Aires und Ushuaia mit dem Bus zu überwinden, Die endlose Weite Patagoniens zu erleben. Eine große Wiese, die bald hinter Buenos Aires beginnt. Erst auf Feuerland, kurz vor Ushuaia tauchen die ersten Bäne auf (dann sind es Wälder, ganz anders als die im Norden; keine Fichten oder Kiefern, keine Birken, statt dessen immergrüne und laubabwerfende Name der Bäume. Der alte Seelenverkäfer,auf dem ich nach Norden shippere, heißt Evangelistas, transportiert Trugs, schweres Straßenbaugerät und eben touristische Passagiere. Einfacher, aber ausreichender Service, gute Betreuung mit vielen Erklärungen. Internationale Gesellschaft: außer den unvermeidlichen US-Amerikanern, Holländer, Deutsche, Spanier, Türken (eher ungewöhnlich) ein ppar Französinnen und Franzosen, (Zwei junge Frauen u.a., Saisonnières, eine besondere Art des petit emploi; arbeiten im Sommer und im Winter im Fremdenverkehr. Gibt es bei uns so was?). Hier in der Ruhe komme ich auch mit dem Sprachmix klar. Schön, dass ich auch mal Französisch reden kann. Ist wie Ferien in den Ferien.

Andere: Hortensia aus Madrid,Ärztin im Ruhezustand, der Grieche, der der Griechen in Porto Alegre Griechisch beibringt, das holländische Ehepaar aus Leyden, der Pfälzer, der in Mannheim gereatrische Forschung betreibt...

Woran erkennt man einen Franzosen? Heute Mittag gab es Salat (wie immer Grünes und Blumenkohl). Ich war dabei, Salz, Pfeffer, öl und Essig über die Schale zu streuen und zu gießen. Der junge Mann, der sich wundert: Das sei doch sehr französisch, wie ich das mache: noch ein Franzose.

Hübsch die Geschichte vom griechischen Kapitän Leonidas. 1830 (plus minus) strandete ein englisches Schiff auf einer Untiefe in einem der Fjorde. Der Name des Schiffes Cotopaxi. So heißt die Stelle seitdem. 1963 hatte diese Leonidas eine schlaue Idee. Er verkaufte die für Valparaiso bestimmte Ladung Zucker irgendwo unterwegs und fuhr sein Schiff auf den erwähnten Felsen. Als er die Versicherungssumme (Schiff plus Ladung) von der zuständigen Versicherung einzutreiben versuchte, verlangt diese die Zuckersäcke zu sehen. Es hat den Leonidas die Kapitänslizenz gekostet. Geschichten, die das Leben schreibt. Paessend dazu gestern der Film Meine dicke fette griechische Hochzeit im Schiffskino. Alle Wärter kommen aus dem Griechischen, zum Beispiel geht der Name Miller auf das griechisch Milos, zurück, der 'Apfel'...

Sehr unterhaltsam so eine Schiffsreise, auch wenn die angekündigten Wale nichts zeigen als ihre Atemsäulen und das weit weg. Alle stehen mit der Kamera da und wollen die Wale für den Diaabend oder die Präsentation festhalten, aber die Waldiva ziert sich.





Einschiffung war am 12. Dezember Abends um 9.00 Uhr.Abfahrt offiziell morgens um 6.00 Uhr. Aber die hatten es eilig und haben sich schon um 5.00 Uhr auf den Weg gemacht. so waren wir, als die Sonne aufging schon unterwegs und bekamen vorgeführt, wie die Wetter Wetter miteinander rangen. Der Regen konnte sich nicht durchsetzen, aber auch die Sonne am erten Tag nicht so recht.




Und noch ein Gletscher lag am Weg. Das schiff näherte sich im vorsicht ig. Leute von der Besatzung holten Eis ein. Das kühlte dann den Pisco Sour, als der Gletscher hinter uns lag.

Weniger gut ging es den Kühen, die auf dem Schiff mitreisten: eng an eng im Container stehend, drei Tage und vier Nächte lang. Wer am Ende die Filets und Steaks verzeht, dem ist es egal. Den Tieren im Heck ging es noch vergleichsweise gut. Im Schiffsbauch standen je zwei solcher Kastenkäfige übereinander.






Zwischenhalt in Puerto Eden, dem einzigen Ort an der Strecker. Der existiert auch nur deshalb, weil die ersten Wasserflug- zeuge nach dem Süden einen Zwischenstopp brauchte. Deshalb wurde dieser Außenposten eingerichtet. Heute leben dort knapp zweihundert Menschen, darunter die letzten acht, die noch die Sprache der Leute sprechen, die dort jagten bis die technische Zivilisation einholte, dazu das eine oder andere Kleinvieh.

>
Da rostet es vor sich hin, das Schiff von diesem Leonidas.

>


>
Und dann wieder Menschenleere, ein Sonnenuntergang und die bedrohliche Rauchfahne des Vulkans Chaitén, der den Ort Chaitébedroht. Die Einwohner wurden evakuiert, die Carretera Austral ist gesperrt. Der müßige Tourist genießt es äthetisch.
Für Anmerkungen, Kritik, Vorschläge, Beschimpfungen (alles wird akzeptiert): Kontakt
Zurück zum Überblick über alle Etappen.

>